Im Herbst 1994 entstand die Idee, in Graz
einen öffentlich zugänglichen Stupa zu errichten. Die Stadt Graz
stellte dem Verein zur Förderung Buddhistischer Werte einen Grund im
Grazer Volksgarten zur Verfügung.
Das Ritual der Segnung des Ortes und der erste Spatenstich für die
Grundsteinlegung wurden am 26. 3. 1996 durchgeführt.
Nach Abschluss der Bauarbeiten nahm Seine Heiligkeit der Dalai Lama am
12. 6. 1998 in Anwesenheit von 3.000 Besuchern die feierliche Einweihung
des Heiligtums vor und übertrug eine Chenrezig-Einweihung.
Durch entsprechende Rituale und die Befüllung mit Reliquien wird
der Stupa zu einem Kraftort, der die Erleuchtung und deren Qualitäten
manifestiert. Der Stupa in Graz soll als "Friedens-Stupa" besonders
äußeren und inneren Frieden fördern.
Der
Stupa, für dessen Errichtung die Österreichische Buddhistische
Religionsgesellschaft die Patronanz übernommen hat, ist ca. 7 m hoch
und weist die äußere Gestalt eines Erleuchtungs-Stupa nach
tibetischer Tradition auf. Die Symbolik des Bauwerks verdeutlicht den
Weg der Bewußtseinsentwicklung bis zur Erleuchtung. Auf dem sogenannten
Thron, der für das alltägliche Bewußtsein als Basis steht,
erhebt sich der eigentliche Stupa, der in den Kausalstupa und den Resultatstupa
unterteilt wird. Der Kausalstupa mit vier Stufen, der Kuppel mit einer
Figur von Buddha Shakyamuni und dem Reliquienschrein entspricht dem konkreten
Weg, auf dem die Ursachen und Bedingungen für die Erleuchtung geschaffen
werden. Der Resultatstupa steht für das Ergebnis, das vom Leid befreite
Bewußtsein, das in mehreren Stufen zur allwissenden Buddhaschaft
erwacht. Dies wird baulich durch die 13 Ringe des kegelförmigen Oberteiles
ausgedrückt. Die aus Mond, Sonne und einer Flamme gebildete Spitze
des Stupa wiederholt die Gesamtsymbolik des Heiligtums, die Verschmelzung
des weiblichen Prinzips der Weisheit und des männlichen Prinzips
der Methode in der Flamme der Erleuchtung.
Einen Stupa zu bauen ist ein machtvolles Mittel, um negatives Karma
und Verblendungen zu bereinigen und um weitreichende Verdienste anzusammeln.
Auf diese Weise kann man Realisationen auf dem Weg zur Erleuchtung erreichen
und perfekt für die Befreiung der zahllosen leidenden Wesen arbeiten,
sie zum vollkommenen Glück der Erleuchtung führen, was das letztliche
Ziel unseres Daseins ist.
Erklärungen
zum Nutzen eines Stupa von Lama Zopa Rinpoche
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